Was muss ein funktionierendes Online-Geschäftsmodell können?

folder02Bevor man sich überlegt, welches Online-Geschäftsmodell man aufbaut, sollte man sich vorab einige Fragen stellen.

1. Welches existierende Problem meiner Zielgruppe löst mein Produkt oder meine Dienstleistung?
2. Gibt es bereits existierende Lösungen auf dem Markt?
3. Sind diese Lösungen für meine Zielgruppe sowohl online als auch offline verfügbar?
4. Macht es überhaupt Sinn, meine Lösungen online anzubieten?

 
Ich möchte den Denkprozess mal an einem praktischen Beispiel verdeutlichen. Vor längerer Zeit bekam ich einen Newsletter, in dem drin stand, dass ein junges Startup-Unternehmen dabei ist, ein Online Fitness-Studio zu gründen. Hm, dachte ich mir, klingt irgendwie spannend, aber braucht das überhaupt ein Mensch? Fitness ist doch was ganz reales und nichts digitales? Dachte ich mir und habe das auch schon wieder vergessen.

Bis mir vor wenigen Tagen eine Offerte auf den Schreibtisch flatterte, bei dem es genau wieder um dieses Thema geht. Diesmal, dachte ich so bei mir, gehe ich der Sache mal näher auf den Grund.

Und tatsächlich sind mir bei näherer Betrachtung und Hinterfragung des Geschäftsmodells einige, wichtige positive Merkmale aufgefallen.

Und zwar kann ein Online Fitness-Studio einzelne Schwächen von traditionellen, klassischen Fitness-Studios kompensieren. Kritische Punkte bei normalen Fitness-Studio sind z.B.

  • Öffnungszeiten rund um die Uhr kaum möglich
  • einzelne Studios nur lokal vertreten, Fitness-Studio Ketten auch nicht überall
  • Einzelne Zielgruppen trauen sich nicht ins Studio (stark übergewichtige Menschen, schwangere Frauen, Menschen mit köperlichem Handycap, Geringverdiener, etc.)
  • Personen die Spass am Sport haben und eine Community suchen, um sich austauschen zu können können diese Interessen nicht befriedigen
  • Angebote sowohl für Erwachsene, Jugendliche und Kinder meist nicht vorhanden
  • Lange Laufzeiten der Verträge ist für viele Fitness-Interessierte nicht mehr zeitgemäß
  • Schichtarbeiter haben kaum die Möglichkeiten, an regelmäßigem Training im Studio

Für genau diese Zielgruppen ist ein Online-Angebot in Ergänzung zum Training im Fitness-Studio eine echte Alternative.

So ist es auch für die klassischen Fitness-Studios interessant, das eigene Angebot um einen zusätzlichen Online-Kanal zu erweitern. Manch´ein Betreiber eines „normalen“ Studios hat Angst davor, dass Online-Fitness Studios in den Markt drängen. Das ist aber die verkehrte Denkweise.
Denn Online-Studios werden die klassischen Fitness-Studios nicht verdrängen sondern maximal ergänzen.

Im übrigen hat eine Studie ergeben, dass der Anteil der Online-Fitness Studios im Gesamtmarkt, der ca. 4,6 Milliarden Euro groß ist, in den nächsten 5 Jahren ca. 10 % betragen wird. Also ein beachtlicher Marktanteil.

Fazit: Wenn Sie überlegen, ein Online-Geschäft aufzubauen, sollten Sie sich die in diesem Artikel beschriebenen Gedanken machen. Wenn Sie nach diesem Prozess zu einem positiven Ergebnis kommen, haben sie die Wahrscheinlichkeit eines Scheiterns schon gravierend gesenkt. Viel Erfolg!

PS: Für Fitnessaffine Menschen, die Interesse haben, mehr über das Online Fitness Konzept zu erfahren, geht es hier zu einem Info-Video:

Wie die digitale Revolution ganze Branchen verändert

Immer wieder kommt es vor, dass ich bei Beratungsterminen mit Unternehmern den Satz höre „Unser Geschäft hat mit dem Internet so gut wie gar nichts zu tun, wir brauchen das nicht“. Ist das tatsächlich so? Ich habe mir mal zur Aufgabe gemacht, hier in meinem Blog einige Beispiele aufzuzeigen, bei denen die sog. „digitale Revolution“ ganze Branchen umgekrempelt haben.

Und zum Teil sind Geschäftsfelder dabei, bei denen bis dato noch niemand daran gedacht hat, das diese davon betroffen sind:

Foto Mobile Seiten

  1. Mass Customization 

    Hierunter verbirgt sich das Modell, das mit Hilfe des Internets Produkte und Dienstleistungen nahezu voll automatisiert auf die Bedürfnisse des Kunden angepasst werden können (customized)(Beispiele hierfür u.a. MyMüsli – individualisiertes Müsli, Mr. Spex – nutzerangepasste Brillen)

  2. Uber 

    Seit die US-Amerikanische Firma Uber auf den deutschen Markt gekommen ist, zittert die ganze Taxi-Branche um ihre Existenz. Uber verfolgt das Konzept, dass jeder Privatmann, der ein Auto besitzt und einige rechtliche Vorschriften erfüllt, als privater Taxifahrer auftreten kann. Die Aufträge bekommt er über eine von Uber zur Verfügung gestellten App.

  3. CrossChannelMarketing 

    War es früher für Unternehmer recht einfach, Werbung an ihre Zielgruppe zu senden (Bsp. über Telefonbuch, Gelbe Seiten, Das Örtliche, usw.) so ist es im mobilen Internet-Zeitalter um ein Vielfaches schwieriger geworden, denn heute bewegt sich ein potentieller Kunde auf seiner Reise bis zum tatsächlichen Kauf (Customer Journey) auf den unterschiedlichsten Plattformen (Print, Internet, mobiles Internet, Social-Media Plattformen, etc.)

  4. Smartpay 

    Eine bevorstehende Revolution wird es schon bald im Bezahlsektor geben. Hier arbeiten Weltkonzerne wie Apple, Paypal, Google, etc. daran, einen einheitlichen Standard für das bezahlen via Smartphone zu definieren. Somit wären die klassischen Bezahlweisen durch Bargeld, Scheck- oder Kreditkarte als alleinige Form des Bazahlend bedroht.

  5. Lernvideos 

    Immer mehr Anbieter von Präsenzveranstaltungen müssen bereits heute eine große Abwanderung von Kunden ins Internet verzeichnen. Durch immer schnellere Leitungen wird es immer einfacher möglich, Bewegtbilder (Videos, Webinare, etc.) über das Internet zu transportieren. Der Begriff e-Learning ist nur ein Beispiel für die umwälzenden Veränderungen in der Bildungsbranche.

  6. Hautärzte mit Vorabdiagnose 

    Schon heute ist es möglich, über eine einfache App mithilfe der eingebauten Smartphone-Kamera Bilder von auffälligen Hautveränderungen zu erstellen und diese mithilfe einer eingebauten Übertragungsfunktion an angeschlossene Hautarztpraxen zu verschicken. Diese analysieren dann die Fotos und entscheiden, wo auffällige und behandlungsfähige Hautveränderungen vorliegen, um diesen Patienten dann einen Behandlungstermin anbieten.

  7. Buchbranche 

    Der Klassiker der Digitalisierung ist natürlich die Buchbranche. Nichts ist einfacher, als ein gedrucktes Buch entweder in Zweitverwertung digital als E-Book zu vermarkten oder gar als einziges Produkt im Markt anzubieten.

  8. Shareconomy 

    Eine unbemerkt in die Gesellschaft einziehende Entwicklung ist die sog. „Shareconomy“. Darunter versteht man, dass Güter, die bisher von einzelnen Menschen genutzt werden, unter vielen Menschen geteilt (sharing) werden. Ein idealtypisches Beispiel ist das „Car-Sharing“, das als Geschäftsmodell das Teilen von einem Auto mit vielen Bürgern hat. Gerade in Innenstädten, wo das Auto nur noch als notwendiges Übel gesehen wird, nutzen immer mehr Menschen dieses Modell, wenn sie mal außerhalb der Stadt was zu erledigen haben. Dies betrifft natürlich vor allem die Autoindustrie, da hier langfristig der Absatz stagnieren oder gar rückläufig sein wird.

  9. 3D-Druck 

    Den 3D-Druck gibt es schon relativ lange, allerdings waren bisher die kosten für die Erstellung von 3D-Objekten über Spezialdrucker noch sehr aufwändig in der Erstellung und überproportional hoch bei den Kosten. Das hat sich in den letzten Jahren extrem geändert, so dass es sogar für Heimanwender immer einfacher wird, defekte Teile mit Hilfe des 3D-Drucks zu reproduzieren oder sogar anhand von im Internet verfügbaren 3D-Vorlagen neue Teile selbst zu erstellen. Es gibt mittlerweile sogar schon die Möglichkeit, einfache, kleine Häuser anhand des 3D-Drucks zu produzieren.

  1. Fitnesstudios werden ersetzt durch Videokurse 

    Ein Markt, der bisher sicherlich nicht verdächtig war, durch die digitale Transformation in Gefahr zu kommen, ist der Fitness-Markt. So galt bisher immer die Tatsache, das Menschen, die sich fit halten wollen, in Fitness-Studios gehen müssen, um dort unter Anleitung was Gutes für ihren Körper zu tun. Mittlerweile gibt es clevere Geschäftsleute, die daraus Abo-Modelle geschneidert haben, die über das Internet buchbar sind. D.h. ein am Thema Fitness interessierter Mensch kauft sich einen Online-Kurs und kann dann in Monatslektionen lernen, wie er sich fit halten kann.

Fazit: Das ist nur ein kleiner Auszug von unzähligen Branchen, die durch die digitale Revolution gravierenden Änderungen unterzogen werden. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass jeder Unternehmer, egal aus welcher Branche kommend, hellwach sein muss und den Markt permanent auf Veränderungen untersuchen sollte, damit er rechtzeitig erkennt, ob und in welchem Ausmaß sein Geschäftsmodell hiervon betroffen ist und darauf reagieren sollte.

Interessante Entwicklungen im mobilen Internet

Mobile finance and statistics conceptBildquelle: Fotolia

Oft ist es so, wenn ich mit Unternehmern über das Thema mobiles Internet spreche, dass hier noch eine große Zurückhaltung vorherrscht. Viele Unternehmer können es sich nicht vorstellen, dass deren Firmenpräsenz und Marketingausrichtung in Richtung „Mobile“ gehen sollte.

Umso deutlicher sprechen die Fakten für sich. Hier nur zwei tagesaktuelle Beispiele. Während ich diesen Blogbeitrag schreibe, sind in meiner Tageszeitung zwei Artikel erschienen, die klar aufzeigen, dass jeder Unternehmer, der jetzt noch zögert, ins Hintertreffen geraten wird. Ohne Wenn und Aber.

Im ersten Artikel mit der Überschrift „Otto will Smartphone-Trend nutzen“ wird berichtet, dass die Verantwortlichen der Otto Group die Einschätzung vertreten, dass sich der elektronische Handel in den nächsten Jahren überwiegend auf mobilen Endgeräten abspielen wird. Otto habe daher unter dem Motto „Mobile First“ seine Strategie nachgeschärft und werde bis 2016 mehr als die Hälfte des Online-Umsatzes über Smartphones und Tablets abwickeln.Das Smartphone wird für einen Händler zum zentralen Zugang zum Kunden„, so die Aussage von Konzern-Vize Rainer Hillebrand. Diesen Trend wolle Otto nutzen. Hier geht es zum vollständigen Artikel.

In dem zweiten Bericht mit der Headline „Springer setzt voll auf das Digital-Geschäft“ geht es darum, dass Springer sein Geschäft immer stärker ins Netz verlagert. Zum Konzern gehören Anzeigen-Portale wie Immonet, Seloger und Stepstone sowie Online-Vermarktungsdienste und der Printbereich. Dieser schrumpft allerdings mit dem Verkauf der Funke-Gruppe. Aufmerksame Beobachter wissen, dass die oben erwähnten Portale natürlich alle eine mobile Version haben, denn immer mehr Nutzer greifen nicht von zuhause am Desktop-PC, sondern von unterwegs mit dem Tablet-PC oder mit dem Smartphone auf die Dienste zu.
Hier finden Sie den ganzen Artikel.

Beide Meldungen verdeutlichen, was bereits HEUTE Realität ist, nämlich die stetig wachsende Nutzung von Internet-Diensten über mobile Endgeräte. Wer als Unternehmer diesen Trend verpasst wird es zukünftig sehr schwer haben, seine Kunden zu halten, in aller Regel wird dieses Unternehmen Kunden an Wettbewerber verlieren, die bereits eine mobile Strategie haben und umsetzen.

Ich kann Ihnen nur anbieten, nutzen Sie unser kostenloses Angebot unseres 100 € Beratungsgutscheins. Sie haben nichts zu verlieren, Sie können nur gewinnen.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen gute Geschäfte und steigende Umsätze.

15 Strategie-Empfehlungen für den stationären Handel – Teil 1

Der stationäre Handel hat nach unserer Einschätzung nur eine langfristige Überlebenschance, wenn er sich den Möglichkeiten öffnet, die das mobile Internet bietet. Wir haben hier mal exemplarisch 15 Strategieempfehlungen zusammengefasst, die deutlich machen, worum es in Zukunft gehen wird.

 

 Strategieempfehlung 1:

„Besetzen Sie das Handy-Display der Kunden“ – In der Zukunft wird das Mobiltelefon als intelligenter Shopping-Assistent dienen, so die Trendforscher. Das reiche von der Suche nach Produkten und Geschäften, der Suche nach Zusatzinformationen und Kundenbewertungen über die Navigation innerhalb einer Filiale bis hin zur Abwicklung der Bezahlung sowie Couponing- und Social-Media-Diensten. Die Bedeutung mobiler Apps werde vor diesem Hintergrund stark ansteigen.

Bild Strategieempfehlung 1
 

Bild: Franck Boston – Fotolia.com

 

Strategieempfehlung 2:

Bild Strategieempfehlung 2„Machen Sie das Mobiltelefon zum Second POS“ – Darunter verstehen die Autoren der Trendstudie das Ziel, den Kunden in der Filiale Zusatzinformationen zu den Angeboten zur Verfügung zu stellen, die via Handy abgerufen werden können. Hierfür könnte man beispielsweise Video-Clips oder Augmented-Reality-Applikationen bereitstellen, die während des Einkaufs genutzt werden können.
 
 

                      Bild: Logostylish – Fotolia

 

Strategieempfehlung 3:

„Machen Sie das Mobiltelefon zum Mittelpunkt eines intelligenten Touchpoint-Managements“ – Um den Veränderungen der Geschäftsmodelle im vertrieb in Hinblick auf mobile Technologien gerecht zu werden, sollten neue Möglichkeiten zur Interaktion mit Produkten und der physischen Umwelt genutzt werden. Hier geht es beispielsweise darum, vie Mobiltelefon der Kunden Daten zu sammeln, was diese suchen, kaufen, ansehen und welche Orte sie besuchen. Voraussetzung ist hier freilich, dass das Recht auf informationelle Selbstbestimmung gewahrt bleibt, aber dennoch Daten für Big-Data-Analysen zugenerieren.

Bild Strategieempfehlung 3
 
 Bild: Tyler Olson – Fotolia.com

Strategieempfehlung 4:

„Integrieren Sie Ihre Verkaufsberater in Ihr Touchpoint-Management“ – Die Verkäufer, ja alle Mitarbeiter mit Kundenkontakt sollten zu einem Teil des Touchpoint-Managements werden. So sollten nach den Trendforschern die Verkaufsberater mit Tablets ausgestattet werden, damit diese jederzeit Zugriff auf Kundenprofile haben. Vorlieben, Bedürfnisse und die Shopping-Historie dienen im Verkaufsgespräch der personalisierten Kundenansprache.

Bild Strategieempfehlung 4
 
 Bild: violetkaipa – Fotolia.com

 

Strategieempfehlung 5:

Bild Strategieempfehlung 5„Entwickeln Sie einen intelligenten virtuellen Assistenten“ – Laut den Trendforschern werde das erfolgreiche Verkaufen in der Zukunft auf Prognistik, beziehungsweise auf proaktiven, kontextbasierten Angeboten beruhen. Als Beispiel wird Apples Siri ins Feld geführt. Derlei virtuelle Assistenten sollen in der Lage sein, zu lernen, welche Bedürfnisse der Kunde je nach Kontext hat und dementsprechend Vorschläge für Produkte und Dienstleistungen zu machen.
 
 Bild: VBM-Archiv

 

 

Strategieempfehlung 6:

„Erschließen Sie neue Verkaufsorte“ – Gemeint sind beispielsweise U-Bahn-Stationen, Züge, Arztwartezimmer, Fußballstadien, Vergnügungsparks oder Einkaufszentren, die beispielsweise durch interaktive Werbeplakate und den Einsatz von QR-Codes erschlossen werden können.

Bild Strategieempfehlung 6
 
© eugenesergeev – Fotolia.com

Strategieempfehlung 7:

„Multiplizieren Sie die Optionen für das Waren-Fulfillment“ – Demnach erwarten Kunden eine erhöhte Flexibilität in Hinblick auf Waren-Lieferung und -Abholung. Von Vorteil seien Kooperationen mit denen Waren am selben Tag ausgeliefert werden, sowie Abholstationen oder die Möglichkeit Online-Bestellungen selbst abholen zu können.

Bild Strategieempfehlung 7
 
Rudie – Fotolia.com

Strategieempfehlung 8:

 

Bild Strategieempfehlung 8„Von der Ökonomie der Aufmerksamkeit zur Ökonomie der Anerkennung“ – Die Anerkennung des Kunden ist laut Trendstudie in Zukunft der wichtigste Wert für den Handel. Statt produktzentriert zu denken sei es daher angebracht den Kunden in den Mittelpunkt zu stellen. Hier geht es unter anderem um persönliche Ansprache mit Namen vor Ort, kleine Aufmerksamkeiten sowie die Einbeziehung der Einkaufshistorie für personalisierte Angebote.

Bild:  Rudie – Fotolia.com

Nächste Woche finden Sie hier 7 weitere Emfehlungen für eine ausgeklügelte mobile Strategie. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Quelle: http://www.it-business.de/marktforschung/studien/articles/430942/

 

 

Unternehmer oder Unterlasser? Sie haben die Wahl! (Oder: warum mobiles Marketing wichtig ist)

Ich möchte meinen heutigen Blogbeitrag mal etwas anders beginnen, nämlich mit einem vor wenigen Tagen stattgefunden Gespräch mit einem Bäcker in meinem Wohnort.

Dieser Bäcker hat qualitativ recht gute und geschmackvolle Brötchen, ist zwar immer etwas mürrisch zu seinen Kunden aber damit konnte ich bisher gut leben.

Diesen Bäcker, nennen wir ihn „Traditions-Bäcker“ bediente mich wieder einmal in seiner herzlichen Art. Als ich ihm ein Kompliment machen wollte und sagte, „das Ihre Brötchen seit dem letzen Mal qualitativ besser geworden“, empfand er dies als Beleidigung und antworte nur kurz „Meine Brötchen waren schon immer gut“. Ok. So hat jeder seine eigene Wahrnehmung 😉

Als er mich dann fragte, warum ich schon lange nicht mehr bei ihm gewesen sein, antworte ich „Ich werde seit einigen Monaten von einem „Brötchenbringer“ am Wochenende beliefert. Und das ist für mich eine ideale Sache, weil meine Bereitschaft, mich Samstag und Sonntags Morgen im Schlafanzug in die Reihe von 10 anderen wartenden Kunden zu stellen,  in Grenzen hält. Daraufhin viel ihm nur ein, eine Bemerkungen zu machen, in der Art „Naja das werden ja wohl Brötchen aus der Fabrik sein, die nichts taugen“. Nein, war meine Antwort, das ist von dem Bäcker hier schräg gegenüber in 50 Meter Entfernung 😉

Das war für ihn zuviel. Er raunzte nur noch völlig angesäuert. „Wenn meine Kunden nicht mehr bereit sind, in mein Laden zu kommen, dann mache ich eben zu.“ Genau, habe ich mir gedacht, dann machst Du eben zu.

Die Quintessenz dieser kleinen Unterhaltung ist. Der Bäcker gegenüber hat ein Bedürfnis erkannt, das ich als sein Kunde habe, nämlich nicht sinnlos 20 Minuten auf frische Brötchen zu warten und das noch am frühen Samstag oder Sonntag Morgen, und daraufhin einen Lieferservice (Brötchenbringer) eingeführt. Und somit hat er mich als dauerhaften Kunden gewonnen, weil auch dieser Bäcker qualitativ einwandfreie Ware zum fairen Preis liefert. Und die paar Euro Liefergebühr im Monat ist mir die Bequemlichkeit alle mal wert.

Warum erzähle ich dieser Geschichte eigentlich? Nun, genau dieses Unternehmerdenken, die diesem Bäcker Kunden kosten wird, bis im schlimmsten Fall hin zur Geschäftsaufgabe, haben viele Geschäftsleute.

Wenn ich einige Unternehmer zum Thema „mobiles Marketing“ anspreche, bekomme ich oft die Antwort: “ Ja, habe ich irgendwie schon mal davon gehört, aber das Thema betrifft mich ja nicht, meine Kunden kommen nicht über ihre „Telefone“ auf meine Seite?“ Ach ja, und woher nehmen Sie diese Gewissheit?

Das sind genau die gleiche Sorte Unternehmer, die vor rund 20 Jahren, als das Internet begann, die Geschäftswelt grundlegend zu verändern, sagten „Ach, ja da habe ich schon mal davon gehört, aber meine Kunden kommen ja nicht über das Internet zu mir, sondern über das Telefonbuch oder die gelben Seiten“.

Wie fatal damals dieser Trugschluss war, lässt sich daran erkennen, dass die gedruckten Medienverzeichnisse nur noch eine Daseinsberechtigung haben, weil diese alle eine Online-Version haben und rund 70 % der Unternehmer mittlerweile eine eigene Unternehmens-Präsenz im Internet haben. (Quelle: Telegate)

Spricht man dieser Unternehmer jetzt daraufhin an, ob Sie wissen, wie viel Prozent ihrer Website-Besucher mobil auf ihre Unternehmens-Präsenz gehen, so wissen diese das in aller Regel nicht. Konfrontiert man diese dann mit der Realität und bezieht sich auf neutrale Studien, wie nachfolgend erwähnt,

 

Studie 1

Studie 2

 

Das mobile Web kommt…

…und mehr als 80% der Websites sind nicht darauf vorbereitet!

Statistik mobile Websites

 

so streiten diese Unternehmer immer noch standhaft diese Fakten ab und argumentieren,“Ja, aber bei uns ist das alles ganz Anders“ Wo das endet wird, kann man nicht nur erahnen, sondern nur feststellen, die Frage ist nicht ob, sondern wann die Lichter ausgehen……..

Wie gehe ich also konstruktiv vor? Ich bitte den Unternehmer, zu dem Hoster seiner Webseite Kontakt aufzunehmen und sich die Besucherzahlen der letzten 6 Monate geben zu lassen und eine Detailauswertung zu verlangen, die zeigt, über welche Geräte die User auf deren Seite gekommen (und auch wieder gegangen sind….).

Meistens genügt das schon, um beim nächsten Termin einen Kunden vor sich sitzen zu haben, der dankbar dafür ist, dass ich ihm die Augen geöffnet habe und wir nun über die konkreten Einsatzmöglichkeiten für die mobile Ausrichtung seines Unternehmens sprechen können.

Und denen, die nicht in der Lage sind, an diese wichtigen Unternehmenskennzahlen ran zu kommen, biete ich an, einen Google Analytics Code in seine Webseite einzubauen, um dann nach wenigen Wochen auch hier konkrete Anhaltspunkte über den mobilen Besucherverkehr auf seiner Webseite zu sprechen.

Haben Sie Fragen, Anmerkungen oder benötigen Sie Hilfe für Ihr Geschäft? Dann freue ich mich über einen Kommentar zu diesem Artikel oder über eine Kontaktaufnahme.