iBeacon: Wunderwaffe oder Rohrkrepierer?

Obwohl iBeacon schon seit Juni 2013 auf dem Markt verfügbar ist, kennt es noch kaum jemand. Woran liegt das? Was ist iBeacon überhaupt? Und viel wichtiger, für welche Anwendungsszenarien kann es von Unternehmern eingesetzt werden?

Kurz gesagt ist iBeacon, dass von Apple entwickelt wurde, die Antwort zu dem besser bekannten NFC-Standard. NFC steht für „Near Field Communication“ und ist der am meisten verbreitetste Standard für Kommunikation über das Smartphone im Nahbereich.

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iBeacon | (c) Estimote

Der englische Begriff „beacon“ kann man übersetzen mit „Ortungsgerät“ oder „Ortungssender“. Eingesetzt werden können diese „iBeacons“ etwa zur Standortbestimmung

im Nahbereich, z.B. zum Übermitteln von Informationen oder Nachrichten und sogar zum bargeldlosen Bezahlen.

Die Besonderheit hierbei, dass die Datenübertragung via Bluetooth Low Energy (BLE) – auch Bluetooth Smart genannt

Die Anwendungsszenarien für iBeacon sind vielfältig. Z.B.

  • Restaurantbesitzer könnten flanierenden Passanten Nachrichten zu speziellen Angeboten auf das iPhone oder iPad per Push-Notification schicken

  • Kunden, die über iBeacon verfügen müssten sich zum Bezahlvorgang nicht mehr an der Kasse anstellen.

  • Besucher von Ausstellungen könnten zusätzliche Informationen zu Künstler und Werk erhalten, wenn sie vor einem bestimmten Bild stehen.

  • Händler könnten iBeacon zur Standortbestimmung ihrer Kunden in den Läden eingesetzt werden, um dann gezielt Werbebotschaften an diese Personen zu schicken.

 

Leider gibt es derzeit praktisch noch keine serienreife iBeacon-Anwendungen, ein weiterer Nachteil ist die Abhängigkeit von den Apple-Geräten. Daher bleibt abzuwarten ob iBeacon sich im Markt durchsetzen wird. Erste Sendemodule werden von Herstellern wie Estimote angeboten.

Der große Unterschied zwischen BLE und NFC ist die deutlich größere Reichweite von BLE. BLE hat eine Reichweite von bis zu 10 Metern, NFC erreicht lediglich 20 Zentimeter. Darüber hinaus ist BLE günstiger in der Implementierung.

Dadurch könnten im Gegensatz zu NFC-Smartphone-Besitzer, die ganz nah an die Kasse herangehen müssen, ein Kunde mit BLE in einem viel größeren Abstand ihre Waren bezahlen können, also sich NICHT an der Kasse anstellen müssen. Ein großer Vorteil, wie ich finde.

 Was die Investitionskosten anbelangt, würde einen Händler die Ausrüstung eines mittelgroßen Kaufhauses mit NFC rund 100.000 Euro kosten, demgegenüber die Ausstattung mit BLE nur rund 5.000 Euro, weil aufgrund der größeren Reichweite deutlich weniger Funkstationen benötigt werden.

 Fazit: Es bleibt ab zu warten, in wie weit sich eine der beiden Techniken in der Fläche durchsetzen wird. Meine Einschätzung ist, dass derjenige, der eine sog. „Killer-Applikation“ herausbringt, das Rennen gewinnen wird. Den Nutzen steht noch immer vor technikverliebtheit.