Wie die digitale Revolution ganze Branchen verändert

Immer wieder kommt es vor, dass ich bei Beratungsterminen mit Unternehmern den Satz höre „Unser Geschäft hat mit dem Internet so gut wie gar nichts zu tun, wir brauchen das nicht“. Ist das tatsächlich so? Ich habe mir mal zur Aufgabe gemacht, hier in meinem Blog einige Beispiele aufzuzeigen, bei denen die sog. „digitale Revolution“ ganze Branchen umgekrempelt haben.

Und zum Teil sind Geschäftsfelder dabei, bei denen bis dato noch niemand daran gedacht hat, das diese davon betroffen sind:

Foto Mobile Seiten

  1. Mass Customization 

    Hierunter verbirgt sich das Modell, das mit Hilfe des Internets Produkte und Dienstleistungen nahezu voll automatisiert auf die Bedürfnisse des Kunden angepasst werden können (customized)(Beispiele hierfür u.a. MyMüsli – individualisiertes Müsli, Mr. Spex – nutzerangepasste Brillen)

  2. Uber 

    Seit die US-Amerikanische Firma Uber auf den deutschen Markt gekommen ist, zittert die ganze Taxi-Branche um ihre Existenz. Uber verfolgt das Konzept, dass jeder Privatmann, der ein Auto besitzt und einige rechtliche Vorschriften erfüllt, als privater Taxifahrer auftreten kann. Die Aufträge bekommt er über eine von Uber zur Verfügung gestellten App.

  3. CrossChannelMarketing 

    War es früher für Unternehmer recht einfach, Werbung an ihre Zielgruppe zu senden (Bsp. über Telefonbuch, Gelbe Seiten, Das Örtliche, usw.) so ist es im mobilen Internet-Zeitalter um ein Vielfaches schwieriger geworden, denn heute bewegt sich ein potentieller Kunde auf seiner Reise bis zum tatsächlichen Kauf (Customer Journey) auf den unterschiedlichsten Plattformen (Print, Internet, mobiles Internet, Social-Media Plattformen, etc.)

  4. Smartpay 

    Eine bevorstehende Revolution wird es schon bald im Bezahlsektor geben. Hier arbeiten Weltkonzerne wie Apple, Paypal, Google, etc. daran, einen einheitlichen Standard für das bezahlen via Smartphone zu definieren. Somit wären die klassischen Bezahlweisen durch Bargeld, Scheck- oder Kreditkarte als alleinige Form des Bazahlend bedroht.

  5. Lernvideos 

    Immer mehr Anbieter von Präsenzveranstaltungen müssen bereits heute eine große Abwanderung von Kunden ins Internet verzeichnen. Durch immer schnellere Leitungen wird es immer einfacher möglich, Bewegtbilder (Videos, Webinare, etc.) über das Internet zu transportieren. Der Begriff e-Learning ist nur ein Beispiel für die umwälzenden Veränderungen in der Bildungsbranche.

  6. Hautärzte mit Vorabdiagnose 

    Schon heute ist es möglich, über eine einfache App mithilfe der eingebauten Smartphone-Kamera Bilder von auffälligen Hautveränderungen zu erstellen und diese mithilfe einer eingebauten Übertragungsfunktion an angeschlossene Hautarztpraxen zu verschicken. Diese analysieren dann die Fotos und entscheiden, wo auffällige und behandlungsfähige Hautveränderungen vorliegen, um diesen Patienten dann einen Behandlungstermin anbieten.

  7. Buchbranche 

    Der Klassiker der Digitalisierung ist natürlich die Buchbranche. Nichts ist einfacher, als ein gedrucktes Buch entweder in Zweitverwertung digital als E-Book zu vermarkten oder gar als einziges Produkt im Markt anzubieten.

  8. Shareconomy 

    Eine unbemerkt in die Gesellschaft einziehende Entwicklung ist die sog. „Shareconomy“. Darunter versteht man, dass Güter, die bisher von einzelnen Menschen genutzt werden, unter vielen Menschen geteilt (sharing) werden. Ein idealtypisches Beispiel ist das „Car-Sharing“, das als Geschäftsmodell das Teilen von einem Auto mit vielen Bürgern hat. Gerade in Innenstädten, wo das Auto nur noch als notwendiges Übel gesehen wird, nutzen immer mehr Menschen dieses Modell, wenn sie mal außerhalb der Stadt was zu erledigen haben. Dies betrifft natürlich vor allem die Autoindustrie, da hier langfristig der Absatz stagnieren oder gar rückläufig sein wird.

  9. 3D-Druck 

    Den 3D-Druck gibt es schon relativ lange, allerdings waren bisher die kosten für die Erstellung von 3D-Objekten über Spezialdrucker noch sehr aufwändig in der Erstellung und überproportional hoch bei den Kosten. Das hat sich in den letzten Jahren extrem geändert, so dass es sogar für Heimanwender immer einfacher wird, defekte Teile mit Hilfe des 3D-Drucks zu reproduzieren oder sogar anhand von im Internet verfügbaren 3D-Vorlagen neue Teile selbst zu erstellen. Es gibt mittlerweile sogar schon die Möglichkeit, einfache, kleine Häuser anhand des 3D-Drucks zu produzieren.

  1. Fitnesstudios werden ersetzt durch Videokurse 

    Ein Markt, der bisher sicherlich nicht verdächtig war, durch die digitale Transformation in Gefahr zu kommen, ist der Fitness-Markt. So galt bisher immer die Tatsache, das Menschen, die sich fit halten wollen, in Fitness-Studios gehen müssen, um dort unter Anleitung was Gutes für ihren Körper zu tun. Mittlerweile gibt es clevere Geschäftsleute, die daraus Abo-Modelle geschneidert haben, die über das Internet buchbar sind. D.h. ein am Thema Fitness interessierter Mensch kauft sich einen Online-Kurs und kann dann in Monatslektionen lernen, wie er sich fit halten kann.

Fazit: Das ist nur ein kleiner Auszug von unzähligen Branchen, die durch die digitale Revolution gravierenden Änderungen unterzogen werden. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass jeder Unternehmer, egal aus welcher Branche kommend, hellwach sein muss und den Markt permanent auf Veränderungen untersuchen sollte, damit er rechtzeitig erkennt, ob und in welchem Ausmaß sein Geschäftsmodell hiervon betroffen ist und darauf reagieren sollte.